26.9.12  Erste Tour mit dem EBike Bad Neustadt-Fladungen-Kreuzberg 137 km 1800 hm

Karte hier

Seit gestern besitze ich ein Fahrrad welches bergab Strom erzeugt.

Ich starte ich in Oehrberg auf 378m. Obwohl der Akku vorher voll geladen wurde, kann ich auf den 60hm bergab schon Strom produzieren. Den Anstieg nach der Oehrberger Mühle Richung Katzenbach, 40hm  fahre ich mit maximaler Motorunterstützung locker mit 25 km/h hoch. Ohne daß auf der Akkustandsanzeige etwas verloren geht. Ab 25 km/h schaltet der Motor ab und ich fahre mit knappen 30 Richtung Katzenbach. Den Strom den ich Oehrberg raus gebraucht habe, hole ich nach Katzenbach runter locker wieder rein. Ich quäle mich auch nach Lauter und zur Lauterer Kreuzung sondern lasse den Motor arbeiten und fahre mit konstant 25 km/h hoch. Das hat einen Balken vom Akku gekostet.

Ich fahre nicht Stralsbach runter, das ist zu steil zum Rekuperieren, sondern lass es nach Zahlbach rollen, da kann man mehr Strom machen. In Zahlbach ist der Balken wieder da, also Akku voll. Die Gegenanstiege nach Aschach nehme ich mit voller Motorunterstützung und komme dank Rekuperation dennoch mit vollem Akku in Aschach an. Das Spielchen wiederholt sich. Ich fahre mit voller Leistung nach Bad Neustadt, nie unter 25km/h.

In Bad Neustadt wollte ich eigentlich zu mittag essen und derweil den Akku aufladen, ich vermutete er müsse doch leer sein. Aber die Anzeige zeigt voll an.

  Ich bin die 33km nach Bad Neustadt in 1 Std 10 min gefahren.  Sonst braucht man da knappe 2 Stunden dafür.

Ich versuche zu tanken an der Stromtankstelle in der Goethestr.

Aber das Bike hat noch keinen Hunger und nimmt gerade mal 10 Wh (Akkukapazität 317 Wh) zu sich.

Mit Vollgas und immer schön Rekuperieren wenns mal mehr als 30 rollt gehts weiter nach Mellrichstadt zur Stromtankstelle des Überlandwerkes Rhön. Auch hier nach 50 km der Akku noch voll und keinerlei Stromaufnahme.

Mit Vollgas weiter nach Fladungen. Kostet den ersten Balken, den ich aber im Ort mit Treten und Rekuperieren wieder rein hole.

Von Fladungen hoch zum schwarzen Moor auch wieder Vollgas. Nach kurzer Zeit regelt die Elektronik ab, sie verträgt keine Dauerlast. Wie in der Anleitung beschrieben schalte ich in den Mountainmodus. Die Unterstützung lässt merklich nach, bleibt aber dann konstant. Die 350 hm schaffe ich in 30 min. Die Geschwindigkeit fiel zeitweise auf 10 km/h ab. Meist aber knappe 15.   Entspricht also 700hm/h,  500hm/h schaffe ich auch ohne Motor.  Der Berg war zu steil für den getriebelosen Motor, dessen Stärke ist scheinbar zwischen 20 und 25 km/h.  Oben ist der Akku ziemlich leer, nur noch 2 Balken.  Ich lade im Touristenbüro während ich die obligatorische Bratwurst esse und fahre mit 3 Balken wieder los.

Auf der Hochrhönstrasse habe ich Gegenwind, ich lasse den Motor arbeiten und kann die 25km/h knapp halten. Bevor es nach Bischofsheim runtergeht, habe ich nur noch einen Balken.  Unten in Bischofsheim wieder 4.

Lt Userberichten ist der Wirkungsgrad der Rekuperation bei 25 km/h am höchsten. Leider reicht die Rekuperationsleistung den Berg runter nicht aus und ich erreiche zeitweise mehr als 35 km/h und bremse mechanisch mit um nicht zu lange schnell zu fahren.

Von Bischofsheim rauf zum Kreuzberg fahre ich wieder Vollgas und habe oben den Akku vollständig geleert. Für die 350hm brauche ich wieder eine halbe Stunde, also 700hm/h.

Drinnen darf ich mich nicht mehr an den Tisch der Radler setzen, nachdem ich erwähnte, daß ich ein stromproduzierendes Fahrrad habe. Draussen sitze ich allein am Tisch. Mehrere Fabriksrentner die mit dem Bus bis hoch zum Bratwurststand gefahren waren besichtigen mein Bike und geben blöde Kommentare ab. Anfangs bin ich noch geduldig und versuche zu erklären, ich geben dann aber auf, es hat keinen Sinn. Der letzte sprach mich an mit den Worten "Dafür sind wir alle doch noch ein bisschen jung oder" und deutetet auf mein Bike.  So daß es all die anderen auch hörten lies ich ihn wissen, daß ich sehr wohl in der Lage bin, in 15 Tagen am Stück ohne Motor über die Dolomiten zum Gardasee zu fahren, dort am Ruhetag auf den Tremalzo zu fahren und danach komplett wieder über die Alpen wieder nach Hause zu fahren. Wenn er es nachmacht, unterhalte ich mich wieder mit ihm,  dann war erst mal Ruhe.

Bis Riedenberg habe ich mitgetreten um warm zu bleiben und habe wieder 2 Balken Strom gemacht, die locker reichen um mit Vollgas bis Schildeck zu fahren. Der Berg ist zu steil um 25 zu halten, ich falle zeitweise auf 15 km/h ab in den Bereich mit schlechtem Wirkungsgrad.

In Schildeck ist noch ein Balken da und ich biege ab Richtung Würzburger Haus. Leider ist der Akku vor dem höchsten Punkt leer und ich muss ohne Motor fahren, was mir nun ganz schön schwer vorkommt.  In Oehrberg habe ich wieder 2 Balken rekuperiert und könnte glatt noch ein paar Runden drehen aber es beginnt zu regnen.

Ich habe das eBike für den Winter gekauft, um mit gleichmässigerer Geschwindigkeit und Puls fahren zu können. Das ist durch Bergab Mittreten und Stromerzeugen den man bergauf nutzt, gelungen. Siehe Diagramme:

Puls:

 

27.9.12  Rekordversuch Oehrberg Kreuzberg

Musste leider wegen Regen an der Wetterschutzhütte abgebrochen werden. Auch hier fällt negativ auf, daß der Motor bereits nach 50hm merklich abregelt. Im Mountainmodus (Dauerbetriebsmodus) ist die Unterstützung nur sehr gering, man schafft es nicht 20km/h bei 8% Steigung zu halten.  Unter dieser Geschwindigkeit nimmt die Unterstützung rapide ab, der Stromverbrauch aber zu.

28.9.12  Schweinfurt, Würzburger Haus und jähes Ende

Die kleinen Gegenanstiege bis Bad Kissingen kann ich alle über 20km/h und damit mit voller Unterstüzung fahren. Am Terzenbrunnen kommt trotz Mountainmodus nicht viel Unterstützung, ich falle unter 10km/h, ohne Motor schaffe ich 6.  Für die kleinen Gegenanstiege bis Schweinfurt reicht es allerdings, ich falle nur selten unter die 25km/h und erreiche nach 75 min schon Schweinfurt. Mit dem Tourenrad ohne Motor brauche ich 120 min.

Dabei habe ich gerade mal 1,5 Balken Strom verbraucht, ich lade an der Säule der Stadtwerke nach 41 km 0,04 kWh (Kapazität des Akkus 0,3 kWh).

 

Ich mache eine Stadtrundfahrt durch Schweinfurt, meist in Rekuperationsstufe 1. Nach ca 20 min habe ich den Akku randvoll gestrampelt und trete die Heimfahrt an.  Bis Aschach schaffe ich es dank gelegentlicher Rekuperation unterm Strich keinen Strom zu verbrauchen.  Am Berg in Stralsbach leider wieder die gleiche negative Erfahrung, die ersten 50 hm kann ich mich über 20km/h halten. Dann regelt der Motor ab und ich quäle mich und den Motor mit 10 km/h. Also minimal besser als ohne Motor, wo ich nur 6 km/h schaffe. An der Lauterer Kreuzung ist der Akku immer noch halbvoll, ich fahre über das Würzburger Haus und leere den Akku "gewaltsam" um beim Downhill wieder 2 Balken zu laden durch Rekuperation.  Leider scheint die Elektronik auch beim Rekuperieren abzuregeln. Auf den ersten 50hm hat man eine deutliche Bremswirkung, danach sinkt der Strom und die Bremsleistung deutlich. Unmittelbar nach Rekuperation hat man dann auch für den Gegenanstieg keine Power mehr.

Beim Downhill auf der Zielgeraden mit Geschwindigkeiten um die 50km/h mit maximaler Rekuperation zerreist es dann irgendwas in der Nabe, es klackert fürchterlich und ich schiebe die restlichen 100m nach Hause :-(

Bike ist in der Werkstatt ....

Nachtrag: Der Händler ist nicht in der Lage gewesen, das Rad kurzfristig zu reparien oder zu tauschen (war ja erst 2 Tage alt), bzw Motor oder Hinterrad zu tauschen. Auch in der großzügig auf 4 Wochen gesetzten Frist war das nicht möglich, so daß ich vom Kaufvertrag zurückgetreten bin und das Rad zurückgegeben habe.

Fortsetzung März 2013 hier

 

 

 

 

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